Drachenzauber – Kapitel 7 (Blog-Roman)

(Lesedauer etwa 11 Minuten)

Schuldramen

Ist das wahr, was Draca über dich gesagt hat?‹, verlangte ich von Ethan zu erfahren.
Mein Frust entlud sich an ihm. Die ganze Wut wegen dem Prüfungszwang, dem nicht vorhandenen Team – da ich unfähig war, Freundschaften zu schließen, auch aufgrund der unpassenden Rüstung, wegen des Hausarrests, darüber wie mein Bruder mich wahrnahm.

Als das unscheinbare kleine Mädchen, das niemand mochte. Das sich nicht einmal mehr selbst mochte.

Ist was genau wahr?‹, fragte Ethan verhalten.

Alles‹, erwiderte ich, während ich durch die endlosen Gänge der Akademie eilte.

Wir fühlen uns voneinander angezogen, dein Blut rauscht durch meinen Organismus – ich fühle mich gerade mehr denn je mit dir verbunden. Wenn dein arroganter Halbbruder das nicht versteht, ist das sein Problem. Lass dir von ihm nichts einreden. Und ja, es ist wahr, dass ich über Schattensang herrsche. Hinter den Vampiren, die das Refugium angreifen, bin ich selbst her. Gestern Abend war ich nur auf dem Weg zu einer Hochzeit, wie du weißt. Ich wollte dort nicht blutbesudelt auftauchen, das schickt sich nicht – auch wenn wir nur Vampire sind.

Nur Vampire – das betonte er etwas zu abfällig. Eigentlich sollte er wissen, dass ich nicht so stereotypisch dachte.

Seine Antwort beruhigte mich eher mittelmäßig. Dass ausgerechnet Draca und Ethan etwas gegeneinander hatten, spielte mir nicht unbedingt in die Karten.

Du hättest ja mal einen Ton darüber verlieren können, dass du so ein hohes Tier bei den Vampiren bist‹, beschwerte ich mich gekränkt.

Nicht bloß bei den Vampiren‹, verbesserte er mich, ›bei allen Kreaturen von Schattensang.

Ich steuerte auf die Treppe zu den Schlafsälen zu, doch an der Tür erkannte ich Dominik. Mit verschränkten Armen lehnte er seitlich am Türpfosten, tippte mit dem Fuß auf dem Boden und beäugte das Buch, welches ich verbotenerweise in meiner Empörung aus der Bibliothek hatte mitgehen lassen.

»Wo ist deine Rüstung?«, fragte er.

»In meinem Zimmer, die schlepp ich doch nicht den ganzen Tag mit«, erwiderte ich, drückte das Buch an meine Brust und verdeckte den Einband mit den Armen.

»Ich habe eine Hüterin gefunden«, verriet Dominik mit stolzem Gesichtsausdruck.

Damit war unser Team komplett, wenn Everly es tatsächlich schaffte, ihre Zeit auf zwei Mannschaften aufzuteilen.

»Toll, wer ist es?« Interessiert sah ich ihn an.

»Jessi, aus meiner Parallelklasse, also auch im Jahrgang über dir.«

»Danke für den Hinweis«, kicherte ich und knuffte ihn, »ich hätte fast vergessen, dass du der Ältere bist!«

»Du stehst doch auf Ältere«, behauptete Dominik mit einem spöttischen Unterton.

Ich wusste, er spielte auf Ethan an.

»Weißt du, wie alt er ist?«, fragte ich gespannt.

Plötzlich beugte er sich zu meinem Gesicht herunter und sah mich ernst an. Sofort umhüllte mich sein rauchiger Himbeerduft. Verwundert wollte ich einen Schritt zurückweichen, doch er hielt mich am Handgelenk fest.

»Denk ja nicht, dass ich diese Art von Freund bin, die dabei zusieht, wie du dich ins Unglück stürzt«, knurrte er unheilvoll.

So kannte ich ihn gar nicht nicht.

Verblüfft versuchte ich, mich aus seinem Griff zu befreien, was nur zu Folge hatte, dass er mich noch fester hielt.

»Was? Glaubst du etwa, er ist ein guter Mensch? Der Typ macht dir zwei Tage lang schöne Augen, in deiner verletzlichsten Phase und du verabschiedest dich vom logischen Denken! Er ist der berüchtigtste Vampir von ganz Immerherz. Alle Wesen im Refugium hören auf ihn. Überleg dir lieber, aus welchem Grund er solches Interesse an dir zeigt, anstatt wie alt er ist. Aber wenn du’s genau wissen willst, kannst du dich hoffentlich mit dem Gedanken anfreunden, mit einem Opa um die Häuser zu ziehen. Denn das ist es, was er ist. Ein alter Mann, in Gestalt eines Jungen. Ein Wolf im Schafspelz.«

Wütend riss ich mich von ihm los.

»Was fällt dir ein, Dominik?!«, schimpfte ich irritiert.

Erst Draca und nun fing er auch noch an.

»Natürlich, er muss ja was im Schilde führen! Wer interessiert sich denn schon für mich?!« Ohne auf eine Antwort zu warten, fuhr ich herum und stürmte die Treppe hinauf.

Ich liebe Schuleifersuchtsdramen‹, schmunzelte Ethan amüsiert.

Nicht jetzt, Ethan‹, schnaubte ich aufgebracht.

Bist du nun etwa sauer auf mich?‹, fragte er ungläubig.

Verschwinde aus meinem Kopf‹, verlangte ich, während ich die Treppe hochrannte, um endlich aus Dominiks Blickfeld zu gelangen.

Ich spüre trotzdem, was du empfindest – ich trage dein Blut in mir, Gwen!‹, erinnerte er mich.

In dem Moment blockierte ich meine Aura, was es ihm unmöglich machte, weiter telepathisch mit mir zu kommunizieren. Zwar würde er nach wie vor meine Gefühle verspüren, aber zumindest konnte ich ihm so ausweichen und für mich sein.

Es war mir zu viel, dass er jeden meiner Erkenntnisse verfolgte, jedenfalls in diesem Moment.

Ich musste erst wieder einen klaren Gedanken fassen können und wollte nicht, dass er beobachtete, wie ich ins Zweifeln geriet.

Dabei wollte ich nicht an ihm zweifeln. Ich wollte, dass alles echt war. Ich wollte, dass er mir Godric zurückbrachte!

Er fehlte mir so unendlich. Besonders, wenn sich die ganze Welt gegen mich zu verschworen schien.

Ich war froh, als ich die Tür zu meinem Zimmer erreichte, um mich hinter ihr vor allem und jedem verstecken zu können.

Dass ich meine Zimmernachbarin Everly auf dem Boden im Schneidersitz vorfinden würde, damit hatte ich nicht gerechnet.

Sie saß inmitten eines aus Salz gestreuten Pentagramms, an dessen spitzen Enden sie Kerzen drapiert hatte. Mit etwas Abstand lag ihr kleiner schwarzer Mischlingshund Lou auf dem Boden und hob kurz den Kopf, legte ihn aber wieder mit einem leisen Seufzen auf die Vorderpfoten, als er durch mich keine Bedrohung ausmachte. Ich unterbrach Everly mitten in einem Zauber, was ich an ihren milchig gefärbten Pupillen erkannte. Sie starrte mich leer aus ihren Geisteraugen an und beendete ihren flüsternden Singsang.

»Entschuldige, ich wusste nicht, dass du hier bist«, sagte ich und schloss leise die Tür hinter mir.

Als ich mich wieder zu ihr umdrehte, blinzelte sie und ihre Augen erhielten ihre natürliche Farbe zurück, woraufhin sie aus ihrer Starre erwachte.

»Was ist los?«, erkundigte sie sich.

Durch ihre außerordentlich ausgeprägte Intuition war es schwer, etwas vor ihr zu verbergen, blockierte Aura hin oder her.

»Nichts«, erwiderte ich und balancierte an ihren Kerzen vorbei zu meinem Bett.

Nachdem ich mich darauf fallen gelassen hatte, drehte sie sich zu mir um. Sie betrachtete aufmerksam das Buch, das ich auf dem Nachttisch ablegte und dann meinen Gesichtsausdruck. Ich versuchte, sie auszublenden, und schloss die Augen.

»Dein Gespräch mit Draca ist scheinbar nicht so gut verlaufen«, stellte sie fest.

»Und das mit Dominik ebenso wenig«, fügte ich seufzend hinzu, wollte aber nicht näher darauf eingehen.

»Verstehe«, erwiderte sie beiläufig, »hat er’s dir also gesagt?«

Verdattert schlug ich die Augen auf und sah sie an. Everly blies die Kerzen aus und verräumte sie in eine hölzerne Schatulle.

»Mir was gesagt?«

Sie hielt kurz inne und sah mich mit erschrockenem Blick an. Dann konzentrierte sie sich wieder auf den Boden und kehrte mit einem Handfeger das Salz zusammen.

»Na was… was immer Draca dir sagen wollte… wegen deinem Davonschleichen«, stammelte sie und wagte nicht, wieder aufzusehen.

»Du bist eine grauenvolle Lügnerin«, antwortete ich, denn ich war mir sicher, dass sie auf Dominik angespielt hatte.

Sie schenkte mir ein schiefes Lächeln und deutete dann mit den Augen auf das Buch: »Warum hast du das aus der Bibliothek gestohlen?«

Nun war ich es, die nervös wurde. »Ähm… ich hab nur was nachgelesen und war wütend auf meinen Bruder, der mich dort aufgesucht hat. Hab vergessen, es zurückzulegen. Ich bringe es später wieder hin.«

»Was hast du im Grimoire der Propheten nachgelesen? Du hättest doch mich fragen können, ich kenne mich ziemlich gut aus.« Gespannt sah Everly mich an.

Ja, wenn das nicht verraten würde, was ich vorhatte, wäre sie meine erste Wahl gewesen. Ich seufzte.

»Na los, spuck’s aus!«, forderte sie mich auf und setzte sich auf meine Bettkante.

Widerwillig rutschte ich ein Stück zur Seite, um ihr Platz zu machen und versuchte, abzulenken: »Nicht so wichtig – warum bist du nicht beim Training?«

»Jemand muss nachsitzen und wir beginnen deshalb erst in einer halben Stunde. Was hast du nachgelesen?« Sie wollte nicht locker lassen.

Ich gab nach: »Versprich mir, dass du es niemandem verrätst.«

»Hoch und heilig versprochen«, grinste sie, »etwas zu lesen ist ja nichts illegales.«

»Ich wollte herausfinden, ob man mit Hilfe eines Propheten das Gemüt eines ungeschlüpften Drachen vorhersagen kann«, gestand ich.

Everly verzog ihr Gesicht und ließ sich selbst davon nicht beirren, als ihr kleiner Hund, der auf ihrem Bett gelegen hatte, zu uns aufs Bett gesprungen kam. Sie zog ihn an sich und schaute mich durchdringlich an: »Was hast du vor?«

»Das kann ich dir nicht sagen, abgesehen davon habe ich mich noch nicht entschlossen.«

»Zu was?«

»Das möchte ich für mich behalten.«

»Hat es was mit deinem neuen Freund zu tun?«, bohrte sie unnachgiebig weiter.

»Wer hat behauptet, Ethan sei mein neuer Freund?«, wollte ich wissen.

»Hat er Anspruch auf dich erhoben, oder nicht?«, fragte sie zurück.

»Naja, ja das hat er, aber…«

Everly fuhr mir über den Mund: »Da hast du’s!«

»Ethan ist nicht mein Freund«, stellte ich klar, auch wenn ich das irgendwie bedauerte.

»Dominik ist da aber anderer Meinung«, grinste sie.

Für heute hatte Dominik zu viel seiner Meinung preisgegeben. Als ich sie schief ansah, fügte Everly schnell hinzu: »Und Draca auch!«

»Die beiden nerven!«, stöhnte ich und legte mir eines der kleineren Kissen aufs Gesicht, um hinein zu schreien.

Mit sanftem Griff zog Everly mir das Kissen weg und lächelte: »Aber du stehst auf den Vampir, oder?«

Mit einem verlegenen Lächeln musste ich mir selbst eingestehen, dass da etwas dran war. Er hatte es mir ziemlich angetan. Sie erhielt ein leichtes Nicken zur Antwort.

»Und er steht auf dich, oder?«, bohrte sie weiter.

Da war ich mir verhältnismäßig sicher, spätestens seit seinem überschwänglichen Geschenk und unserem Bluttausch in der Mittagspause. Ich nickte erneut.

»Und jetzt sagen sie dir du sollst dir nicht die Finger an ihm verbrennen?«, ahnte Everly.

»Ich verstehe das nicht. Nur weil er ein Vampir ist, glauben sie, sich einmischen zu dürfen. Ist ja nicht so, als würde ich mich mit Vampiren überhaupt nicht auskennen. Schließlich ist mein Vater einer.« Aufgebracht fuchtelte ich mit den Fingern herum. »Und mein Zwillingsbruder war auch einer«, fügte ich niedergeschlagen hinzu.

»Ich würde nichts pauschalisieren, schon gar nicht bei Übernatürlichen. Also, um welches Drachenei geht es?« Everly verstand es, ungeschönt das Thema zu wechseln.

»Um eines der Eier des Teufelsdrachen«, antwortete ich wahrheitsgemäß.

»Warum willst du herausfinden, ob daraus ein Monster schlüpft?« Everly versuchte, mir auf die Schliche zu kommen.

»Bitte hör auf zu fragen«, flehte ich.

»Ich könnte dir helfen, es herauszufinden. Aber ich will wissen, wozu. Scheinbar wägst du gerade ab, etwas damit zu tun. Ich frage mich, was es ist. Aber es kann nichts gutes sein, wenn du dir selbst noch nicht sicher bist.« Sie war viel zu schlau, als dass ich ihr etwas vormachen konnte.

Hätte ich nur dieses verdammte Buch in der Bücherei gelassen!

»Ich benötige ein Drachenei für einen Zauber, aber es wird dabei zerstört«, gestand ich ihr.

Es war, als fiele ein Ballast von meinen Schultern. Everly zog nachdenklich ihre dunklen Augenbrauen zusammen. Ohne weiter nachzuhaken, sagte sie: »Die verbliebenen Eier des Teufelsdrachen gehören der Lichtbringer Akademie.«

Ich wollte mich gerade, verteidigen, doch sie war noch nicht fertig.

»Sie werden streng bewacht. Wenn auch nur eines davon verschwindet, ist hier die Hölle los. Da der Teufelsdrache deinen Bruder getö…. wegen des Kampfes, wird auf dich schnell ein erster Verdacht fallen. Und sollte die Lichtbringer Akademie dir nachweisen können, dass du damit etwas zu tun hast, könnte das schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen. Du könntest von der Akademie fliegen oder Schlimmeres.«

Everlys Blick war leicht besorgt, doch nicht voller Ablehnung.

»Ich fliege wahrscheinlich sowieso von der Schule, wenn ich durch die Prüfung rassel«, seufzte ich wenig enthusiastisch.

»Naja, solltest du nach Schattensang verbannt werden, kannst du die Ewigkeit mit deinem Vampirlover verbringen«, grinste Everly frech.

Doch ihre Aussage gab mir zu denken.

»Würde die Akademie mich wirklich dorthin verbannen für diese Tat?«

»Ich weiß es nicht. Es ist ein Mord. Das wäre sicher anfechtbar, wenn die Beweislage die untermauert, dass das Drachenkind zu 100 Prozent eine unheilvolle Zukunft bringt. Ich will nur, dass du dir im Klaren bist, was passieren könnte. Jedenfalls wenn du dumm bist und dich erwischen lässt.« Everly schien weniger ein Problem mit der Tat an sich zu haben, so rational wie sie abwägte.

Für einige Sekunden ging mir der Arsch auf Grundeis, wenn ich so über eine Verbannung nachdachte. Doch für meinen Bruder würde ich das Risiko auf mich nehmen.

Ich würde alles tun, um ihn zurückzuholen.

»Dann sollte ich besser vorsichtig sein«, antwortete ich.

»Dich schreckt nicht einmal die Verbannung zurück. Es geht um Godric.« Ein flüchtiges Lächeln huschte über ihren mit tiefrotem Lippenstift bepinselten Mund.

Ich blickte zur Seite, unsicher, ob ich es ihr verraten sollte oder nicht.

»Ein Auferstehungszauber«, ahnte sie.

Ich gab nach und nickte.

»Du hast seine Asche nicht«, fügte sie sofort hinzu und schaute mich fragend an.

»Deshalb das Drachenei«, erklärte ich.

»Ich wusste nicht, dass sowas möglich ist, ohne die Asche des Verstorbenen.« Faszination funklte in ihren Augen.

»Ich helfe dir, wir finden heraus ob eines der Eier in Frage kommt«, beschloss Everly kurzerhand.

»Bist du sicher? Das wäre sowas wie… Beihilfe?!« Was mich anging, das war eine Sache. Aber wenn ich erwischt wurde und es auf sie zurückfiel, könnte auch Everly bestraft werden.

»Ich komm schon klar. Sollte ich von der Schule fliegen, ziehe ich vielleicht sowieso ins Refugium. Auf keinen Fall geh ich zurück zu meinen Eltern. Und vor Schattensang habe ich keine Angst. Da könnten wir ein infernales Duo sein. Oder Trio – mit deinem Vampir.« Sie kicherte, als gefiele ihr der Gedanke daran.

Durch ihre Scherze versuchte sie wie immer, wenn es um ihre Familie ging, ihre Traurigkeit zu überspielen. Sie sprach nie offen darüber, doch dass sie es zu Hause nicht leicht hatte und nur in die Akademie gekommen war, um von ihren Eltern wegzukommen, war ein unausgesprochenes Geheimnis. Jeder Anruf von zu Hause verlief kühl und knapp. Ich drückte kurz ihre Hand, doch sie zog sich zurück, wollte kein Mitleid und spielte die Starke. Wie immer.

»Also gut, was benötigen wir für die Prophezeiung?« Aufmerksam sah ich meine Klassenkameradin an.

»Ich muss das Drachenei berühren, während ich das Prophezeiungsritual durchführe. Und ich benötige dich, um mich zu befragen. Die Chancen sind höher genau zu erfahren, was wir wissen wollen, wenn du mich dorthin lenkst, während ich in Trance bin.«

Das klang nach einem Plan, allerdings gab es ein Problem – ich hatte keine Ahnung, wo sie die Dracheneier aufbewahrten.

»Du weißt nicht zufällig, wo sie sind?«, erkundigte ich mich bei Everly.

Sie schüttelte den Kopf: »Das ist geheim.«

Was jetzt? Sollten wir uns auf die Suche machen und durch jegliche Fluren des riesigen Gebäudekomplexes schlendern, in der Hoffnung sie zu finden?

»Ich weiß, dass besondere Schüler als Hüter eingesetzt werden. Praktikanten sozusagen. Ich habe mitbekommen, dass eine von Dominiks Bekannten für diese Position besetzt wurde.« Everly sah mich verschwörerisch an.

Bei dem Wort Hüter klingelte es in meinen Ohren. Hatte er mir nicht vorhin erst erzählt, dass ein Mädchen aus seiner Parallelklasse als Hüterin unserem Team beiwohnte?

»Heißt sie zufällig Jessi?«

»Wer von uns beiden ist hier das Orakel?«, kicherte Everly.

Wie von der Tarantel gestochen sprang ich aus dem Bett, was den Lou beinahe zu Tode erschreckte. Er kläffte einmal auf, gab aber sofort Ruhe, da Everly ihn berührte und somit zur Kontenance brachte.

»Los komm, wir müssen zum Training!«, scheuchte ich sie auf und riss meine Sportsachen aus dem chaotischen Kleiderschrank.

Eilig striff ich die Schuluniform ab und schlüpfte in die bequeme Jogginghose und das dunkle Poloshirt mit dem Sonnensiegel und den Initialen der Lichtbringer Akademie auf der Brusttasche.

»Aber ich muss zu meinem anderen Team«, lachte Everly.

 »Du hast doch noch eine halbe Stunde. Was wir in der Zeit alles erledigen können!« Ungeduldig nahm ich die blöde Schutzrüstung vom Schreibtisch, wo ich sie in der Pause lieblos drapiert hatte.

Erleichtert riss ich die Tür auf, da sie mir folgte und starrte direkt in Dominiks schwarzbraune Augen. Seine Hand war zum Anklopfen gehoben und wir schauten uns eine Sekunde verdutzt an.

Er räusperte sich kurz und lächelte dann verstohlen: »Tut mir leid.«

Meine Wut war verpufft. Außerdem konnte ich ihm nicht lange böse sein, schon gar nicht, wenn er sich entschuldigte.

»Schon gut, lass uns gehen!« Nachsichtig drückte ich ihm ein verträgliches Küsschen auf die Wange und schob ihn auf den Gang.

Kapitel 8 folgt in Kürze

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