Drachenzauber – Kapitel 17 (Blog-Roman)

(Lesedauer etwa 12 Minuten)

-Der Wille der Weltenhüter-

Die Stille in meinem Kopf erinnerte mich daran, dass Ethan mir keinerlei Aufmerksamkeit mehr schenkte. Je mehr Zeit verstrich, umso geringer waren die Chancen, dass ich das Drachenei jemals zurückerhalten würde. Selbst wenn, dann würde nun der hohe Rat entscheiden, was damit geschah. Sie versammelten sich bereits auf dem Gelände der Lichtbringer Akademie, wie ich durch Everlys letzte Stippvisite mitbekommen hatte. Ich war froh, dass sie mich in Ruhe ließ. Obwohl es so viel Wichtigeres zu tun gab und ich unbedingt erfahren musste, wie der hohe Rat über Ethan und die anderen Vampire entscheiden würde, übermannte mich die Müdigkeit immer wieder. Ich schlief und ruhte traumlos, doch als mich das Klopfen an der Tür weckte, waren meine Wangen feucht. Die Dunkelheit der herangebrochenen Nacht hatte mein Zimmer ausgefüllt.

Dominik kam herein und betrachtet mich mit sorgenvoller Miene.

»Wie gehts Fabri?«, erkundigte ich mich, um von meiner eigenen Misere abzulenken.

»Er ist seit dem Kampf mit den Vampiren verschwunden. Wir haben die ganze Kirche auf den Kopf gestellt und in der Schmiede nach ihm gesucht, aber er will scheinbar nicht gefunden werden.« Dominik schien nicht sonderlich betrübt deswegen.

Er hatte dem Elf von Anfang an nicht über den Weg getraut. Nachdem er gezwungenermaßen die Seiten gewechselt hatte, konnte ich mir nicht vorstellen, dass er sich wieder mit Ethan zusammentat. Vermutlich war er sicherheitshalber erst mal untergetaucht.

»Laurion und Marie, die Anführer des Lichtbringer Zirkels aus dem Diesseits sind eingetroffen. Es dürfte dich sicher interessieren, was sie über deinen Freund Ethan zu sagen haben.«

Dominik öffnete meinen Kleiderschrank und holte einen Kleiderbügel mit einer frisch aufgebügelten Schuluniform heraus, um sie mir anziehbereit zurechtzulegen.

Seine Worte versetzten mich auf das Schlachtfeld des Friedhofs zurück, ich dachte an Ethans Berührung und unseren Kuss.

»Er ist nicht mein Freund«, stellte ich klar und zog mir die Bettdecke bis über die Nase, um heimlich die Tränen wegzuwischen.

»Naja, in Totenruh sah es beinahe so aus«, entgegnete er, ohne mich anzusehen.

Wütend riss ich mir die Decke weg und sprang aus dem Bett. Mir war sofort schwindelig, doch ich ignorierte es und lief stattdessen auf ihn zu.

»Spar dir deine Kommentare! Ich bin es leid. Ist es etwa illegal, etwas für jemanden zu empfinden? Wieso muss ich mich deshalb vor dir rechtfertigen? Du musst mir nicht ständig deine passiv aggressive Eifersucht aufs Brot schmieren. Davon werden wir beide auch kein Paar!« Ich riss ihm die Uniform aus den Händen, während er mich aus geweiteten Augen ansah.

Das hatte gesessen und ich hatte jedes Wort so gemeint.

»Ich mach mir nur Sorgen um dich…«, begann er kleinlaut.

Ich schnitt ihm zischend das Wort ab. »Das musst du nicht! Klingt außerdem nach einer faulen Ausrede. Ich verliebe mich nicht in dich, nur weil du versuchst, mich vor den Bösewichten von Immerherz zu retten! Zwischen uns wird nie etwas sein, Dominik! Kapier das endlich!«

Er runzelte die Stirn, blieb aber cool oder ließ sich zumindest nicht anmerken, ob meine Worte wirklich an ihm abperlten wie Wasser an einer Teflonpfanne. Den Streit, den ich zu provozieren versuchte, gab er mir nicht.

»Ich warte draußen«, sagte er, nachdem wir uns gegenseitig lange angesehen hatten.

Mein Herz raste vor Wut und Schmerz, mein Körper wollte in Geschrei ausbrechen, davonlaufen oder hinter etwas her. Doch Dominik drehte sich um und verließ mein Zimmer. Ohne sich noch einmal zu mir umzudrehen, zog er die Tür von außen zu. Mir liefen im selben Moment wieder die Tränen herunter. Ich musste mich beruhigen. Einen klaren Kopf bekommen. Hastig stieg ich aus den sexy Vampirklamotten und schlüpfte in die Uniform der Lichtbringer Akademie. Das Make-up meiner schwarz geschminkten Augen war völlig zerlaufen. Ich benötigte drei Abschminktücher, um mir alles wegzureiben. Auf der Suche nach Taschentüchern durchwühlte ich die Schubladen. Zwischen Tamponkartons, Bindenpäckchen und Wattepads fand ich nicht nur wonach ich suchte, sondern auch einige kleine Schnapsfläschen. Die hatte ich mir für den Notfall heimlich dort drapiert. Wenn das jetzt kein Notfall war, dann wusste ich auch nicht weiter. Ich dachte einen Moment darüber nach, dass ich meinem Bruder etwas anderes versprochen hatte.

»Scheiß drauf, ich flieg sowieso von der Schule«, ahnte ich und selbst wenn nicht, war mir mein gebrochenes Versprechen gerade sowas von egal.

Eilig drehte ich die Deckel von sechs kleinen Fläschchen und kippte dann eines nach dem anderen herunter. Der Alkohol löste eine wohlige Wärme in meinem Innern aus und schien mich geradewegs zu beruhigen. Auf eine Art, der eine Lichtbringerberührung nicht das Wasser reichen konnte. Ich fühlte mich sofort wieder etwas sicherer. Das Gefühl war vertraut. Einsam, aber tröstend. Erhebend.

Ich wickelte die Fläschchen in ein langes Stück Klopapier und  warf das Bündel in den kleinen Badezimmermülleimer neben der Toilette. Das Glühen meiner Wangen und Ohren fühlte sich nicht mehr so aufdringlich an. Die Anspannung schien sich von meinem Körper zu lösen und ich atmete kurz durch. Dann putzte ich mir mehrmals die Nase. Mein Gesicht sah genauso aus, wie ich mich fühlte. Tiefe Augenringe, die roten Wangen glänzten im grellen Licht der Baddezimmerlampe und die unteren Mundwinkel zogen sich so weit herunter, als wäre ich 80 Jahre alt. Aber es war mir egal, wenn mich die anderen deshalb blöd angaffen würden.

Dominik begleitete mich aus dem Gebäude und führte mich durch die Gassen in einen Innenhof zwischen einem Café und einem Tierbedarfslädchen. Zwischen dem Kopfsteinpflaster wuchsen Gräser und Gänseblümchen heraus, in der Mitte des Hofes befand sich ein Brunnen, in dem friedlich Wasser plätscherte. Wir schritten daran vorbei und auf einen weiteren Hofausgang auf der gegenüberliegenden Seite zu. Doch anstatt den Hof zu verlassen, stieg Dominik eine breite Treppe in ein Souterrain herab. Wir bewegten uns durch einen türlosen Eingang in einen schimmernden Gang, an dessen Ende sechs Portale rundherum an der Wand aufgereiht waren. Das mittlere Portal zeigte das Bildnis des Wachturms neben der schwebenden Insel, auf der wir uns befanden. Dominik deutete mit den Augen auf mein Armband und so aktivierte ich den magischen Durchgang, indem ich mein Schmuckstück scannte. Nachdem ich hindurchgegangen war, fand ich mich am hinteren Gebäude des hohen Wachturmes auf einem schmal gepflasterten Weg wieder. Dominik folgte mir sofort und wir gingen vom Wachturm weg zu dem marmornen Tempel, auf der gegenüberliegenden Seite. Die Orakelstätte der zweiten Insel. Von hier musste Ethan die Dracheneier gestohlen haben.

Ein Gefühl von Ehrfurcht beschlich mich, während wir auf das Gebäude mit den acht filigran gemeißelten Säulen, zu denen breite weiße Stufen hinaufführten, zugingen. Die Bauweise erinnerte mich stark an das berühmte Pantheon in Rom, welches ich zumindest einmal von außen bei der letzten Klassenfahrt bewundert hatte. Es war mir damals zu überlaufen, um es von innen zu besichtigen. So bestand auch diese Orakelstätte der Lichtbringer aus zwei Hauptelementen: einem rechteckigen Grundriss und Tempelfassade vorne und einem kreisrunden, überkuppelten Zentralbau auf der hinteren Seite. Als ich den ersten Fuß auf die weißen Stufen setzte, spürte ich intuitiv, dass dies heiliger Boden war. Mir blieb keine Zeit die in die Wände gemeißelten Geschichten von Lichtbringern, Orakeln, Drachen und Dämonen angemessen zu betrachten. Mit widerklingenden Schritten eilten wir durch die Vorhalle in einen Übergang, der in die Kultstätte führte. Der riesig wirkenden Kuppelraum war durch unzählige Kerzen erleuchtet, wodurch das Gold an den Wänden und der glänzende Boden noch edler wirkten. An den Gebäudeseiten hielten sich zwischen den Säulen einige Orakel auf und studierten Schriften oder schienen zu meditieren. Niemand beachtete uns. Wir liefen geradewegs auf einen kleineren Altarraum zu, dessen glattpolierte Statuen mit gespannten Flügeln über die Kerzen wachten, die ihn beleuchteten. Ein schwarzer und ein weißer Drache. Riandra und Velor.

Während Dominik seitlich am Altar vorbeiging, betrachtete ich die Drachenstatuen und fragte mich, wie viele Jahrhunderte es die Abbilder der ersten Drachen schon geben musste. Mal wieder war ich durch meine eigenen Probleme so sehr abgelenkt, dass es mir schwergefallen war, über den Tellerrand hinauszublicken. Mein älterer Halbbruder Draca war die Reinkarnation des ersten Drachen, ein Weltenhüter. Das brachte eine große Verantwortung mit sich und die ging weit über mein persönliches Wohlergehen hinaus.

Aber wo war mein Platz?

Irgendetwas in mir trieb mich dazu die Statuen zu berühren, dann wurde ich durch Dominiks Räuspern wieder auf ihn aufmerksam. Er deutete auf eine Tür, die in einen Raum hinter der Altarkammer führte. Ich ging voraus und betrat die hintere Halle des Tempels. Das Nest am Ende des Raumes stach mir sofort ins Auge. Von der Decke hing eine Rotlichtlampe herab und strahlte zwei darin liegende Dracheneier an. Adalar hatte sie demnach wohlbehalten zurückgebracht.

Ich wagte nicht, näher darauf zuzugehen. Nun fielen mir die Hochlehnstühle auf, welche auf der gegenüberliegenden Wand vom Eingang aufgereiht waren. In der Mitte saß unser Schuldirektor Herr Goldbach. Als Gründernachkomme der Lichtbringer Akademie hatte er natürlich einen Platz im hohen Rat. Auf den anderen Stühlen saßen einige männliche und weibliche Lichtbringer, allesamt eher betagt und zweifelsohne aus Immerherz. Ihre Kleidung ließ darauf schließen. Zur rechten Seite des Direktors saßen ein junges Paar und definitiv vom Aussehen her die jüngsten Anwesenden im Rat. Während ich die beiden näher betrachtete, schloss ich zu meinen Freunden auf, die sich bereits stehend vor ihnen aufgereiht hatten. Draca blickte mich prüfend an, als mich neben ihn stellte. An seinen geblähten Nasenflügeln konnte ich sehen, dass er es roch. Er roch, dass ich wieder etwas getrunken hatte. Ich blendete den Seitenblick, den ich von ihm erntete aus.

»Du bist Gwendoline Nachtblut, nehme ich an?«, fragte die junge Frau mit der langen schwarzen Haarmähne mich.

Sie hatte etwas von Schneewittchen, ihr Gesicht wirkte unschuldig und doch wissend und gütig. Vom Alter her war sie kaum älter als ich, doch das konnte bei Lichtbringern täuschen, da sie nur langsam alterten.

Ich nickte stumm.

»Es freut mich, dich kennenzulernen. Ich bin Marie und das ist Laurion.« Sie deutete auf den jungen Mann neben ihr, der zweifelsohne ein Vampir war.

Selbst wenn meine Aura blockiert war und ich die Farbe seiner Aura deshalb nicht deuten konnte, wusste ich, was er war. Seine blasse Haut, die elegante Kleidung, die gerade Haltung und die Art, wie er statuenhaft einfach nur dasaß und beobachtete, das alles wiesen auf seine Art hin.

»Sie sind die Anführer des Lichtbringer Zirkels im Diesseits«, führte Direktor Goldbach erklärend hinzu, »und haben uns die Unterstützung ihrer Soldaten zugesichert.«

Von dem Lichtbringer Zirkel hatte ich bereits im Diesseits gehört, ebenso von ihren Soldaten – Lichtbringer, die zu Vampiren geworden waren. Das Besondere an ihnen war, dass diese Vampire sich im Tageslicht aufhalten konnten.

Ich erwiderte mit erneut tonlosem Nicken.

»Deine Freunde haben uns bereits im Groben über die Ereignisse in Szene gesetzt«, sprach Laurion nun und seine Stimme klang so erhaben, wie der Rest seiner Erscheinung wirkte, »möchtest du uns noch irgendetwas wichtiges mitteilen?«

Ich schüttelte den Kopf. Mir war alles andere, als nach Reden zu Mute.

»Der hohe Rat hat folgendes Urteil gefällt: Schattensang wird von Vampirsoldaten gestürmt und das dritte Drachenei zurück in in die Huldigungsstätte gebracht. Ethan von Falkenstein sowie seine Mittäter ist schuldig auf dem neutralen Gelände von Mondwüste, im näheren Totenruh, einen Kampf begonnen zu haben. Dieses Vergehen wird mit dem Tod geahndet…«

»Was? Nein…«, entfuhr es mir entsetzt.

Laurion hielt in seiner Rede inne und blickte mich abwartend an.

»Wir haben angefangen«, klärte ich auf.

»Gwen«, zischte Everly mir zu.

Ich beachtete weder sie, noch die aufgeregten Blicke von Draca, Hayley, Adalar und Dominik.

»Er hat uns in der Kirche angegriffen und das Drachenei gestohlen«, erinnerte Adalar mich.

Ich schüttelte den Kopf. »Wegen ein paar Fledermäusen? Er hat nichts getan, keinen von uns angerührt.«

»Was ist mit Fabri?«, entgegnete Everly ungläubig.

Ich beugte mich ein Stück vor, um sie am anderen Ende der Reihe besser ansehen zu können. »Ja, was ist mit Fabri? Wo ist er?«

»Das ist das Orakel, welches nicht gefunden wurde«, sagte Laurion wie zu sich selbst.

Ich sah ihn an und nickte. »Adalar hat als erstes das Feuer eröffnet – auf Befehl von Draca. Um das Drachenei zurückzubekommen, welches für das Wiedererweckungsritual vorgesehen war. Wenn Sie uns deshalb alle töten lassen wollen, bitte.«

Die Mitglieder des hohen Rats tauschten betretene Blicke aus und kommunizierten telepathisch.

Direktor Goldbach ergriff das Wort und stand von seinem Stuhl auf. »In dem Fall werden wir die ehrenvollen Riandra und Velor über das Schicksal des Vampirs und seiner Untergebenen entscheiden lassen. Die Feierlichkeiten hierzu folgen noch, doch wie bereits mit euch abgesprochen, werdet ihr den hohen Rat in der Regentschaft von Immerherz ablösen. Niemand von uns will sich anmaßen zu verurteilen weshalb die Weltenhüter diese Entscheidungen getroffen haben.«

Hayley und Draca sahen sich an und schauten dann uns auch noch mal an.

Wow, eine Beförderung war nicht gerade das, was ich als Konsequenz daraus erwartet hatte. Aber es spielte uns in die Karten.

»Danke«, antwortete Draca schließlich, ging zum Direktor und ließ sich von ihm die Hand schütteln. Ebenso Hayley.

Dann verkündete Draca: »Wir haben bereits miteinander beredet, wie es weitergehen soll.«

Haben wir das? Oder meinte er damit Hayley und sich? Oder alle anderen und sich? Alle, außer mir?

Hayley pflichtete ihm bei. »Vielen Dank für euer Vertrauen. Wir haben beschlossen die Stadt zu versiegeln.«

»Was soll das bedeuten?«, vergewisserte ich mich.

»Niemand darf nach Schattensang hinein und keiner der Einwohner hinaus. Auch nicht ins Refugium.« Draca blickte mich streng an.

Das bedeutete, ich würde Ethan nicht mehr wiedersehen. Zumindest so lange diese Versiegelung anhalten sollte.

»Für wie lange?«, erkundigte ich mich wenig begeistert.

»Für immer«, antwortete Hayley und ich sah zum ersten Mal die Güte aus ihrem Blick schwinden. Sie empfand nichts für die Vampire, hatte keine Verbindung zu ihnen – im Gegenteil. Ihre Entschlossenheit wirkte einschüchternd, selbst auf mich und sehr befremdlich. Ich sah Riandra vor mir, nicht meine beste Freundin Hayley.

»Das könnt ihr nicht machen, die Vampire werden sterben!« Ungläubig sah ich sie an. Frustration breitete sich in mir aus.

Wenn sie die Stadt nie wieder verlassen durften, hatten sie keine Gelegenheit, Blutwirte im Refugium zu treffen. Die wenigen Menschen, welche sich in Schattensang aufhielten, wären in kürzester Zeit dem Tode geweiht und irgendwann ging den Vampiren die Nahrung aus.

Hayley fuhr fort: »Zudem werden wir die Kuppel zerstören.«

»Die Glaskuppel, die das Sonnenlicht filtert?« Sogar Everly starrte sie nun verwundert an.

»Richtig. Es gibt keinen Grund mehr, den Vampiren diese Annehmlichkeiten zu gönnen, solange sie sich gegen uns auflehnen.«

»Wir haben angefangen«, wiederholte ich zerknirscht.

»Ethan hat angefangen, als er dir unter der Vorspiegelung falscher Tatsachen dein Jungfrauenblut abgezapft und die Dracheneier aus der Lichtbringer Akademie gestohlen hat.« Draca sah mich streng an.

Es war keine Vortäuschung. Ich wusste, er empfand etwas für mich. Seit ich seine Enttäuschung gesehen hatte, wusste ich es. Aber das würde keiner von ihnen hier jemals begreifen. Nicht einmal die ersten Drachen.

»Der Plan wird bei Anbruch des Tages durchgeführt. Der Zauber muss in den Minuten des Sonnenaufgangs gesprochen werden. Wir werden alle Orakel aus Immerherz zur Erstellung des Bannzaubers benötigen. Auch die Unerfahrenen. Everly, bist du bereit, uns zu helfen?« Draca sah sie fragend an.

Sie warf mir einen abschätzenden Blick zu.

»Wenn du meine Freundin bist, dann darfst du das auf keinen Fall zulassen oder in irgendeiner Weise unterstützen!«, zischte ich ihr zu.

Everly blickte zwischen mir und dem hohen Rat und den Reinkarnationen der ersten Drachen hin und her. Hayley und Draca waren bereit einzuschreiten, doch wie immer nahm Everly kein Blatt vor dem Mund. Sie antwortete für sich selbst: »Gerade weil ich deine Freundin bin, werde ich das unterstützen.«

Sie war meine Mitbewohnerin, meine Vertraute. Eine meiner besten Freundinnen, vielleicht hatte sie Hayleys Lücke sogar inzwischen gefüllt – auf ihre eigene distanzierte Art und Weise. Trotzdem hielt sie nicht zu mir. Wütend starrte ich sie an.

Everly ließ sich davon nicht einschüchtern und meinte: »Gwen, das klingt nach ner ziemlich großen Sache.«

»Es ist eine große Sache, wenn ihr alle Vampire, alle Menschen und Dämonen und wer weiß wer noch dort lebt, zum Tode verurteilt! NIcht jeder war bei der Schlacht heute dabei! Ihr sperrt auch die Unschuldigen mit ihnen ein!« Meine aufgebrachte Stimme hallte von den Wänden wieder und mir fiel auf, dass sie viel zu hoch wurde, wenn ich mich aufregte.

Wenn das passierte, hatte ich das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden.

»In dieser Stadt lebt niemand Unschuldiges«, mischte Laurion sich ruhig ein.

»Unser Vorhaben unterliegt höchster Geheimhaltung, damit nichts nach Schattensang dringt. Bis Sonnenaufgang sind es noch ein paar Stunden. Alle Orakel werden von uns persönlich informiert. Jeder, der über den Plan Bescheid weiß ist dazu verpflichtet seine Aura zu blockieren.« Draca sah mich auffordernd an.

Als ich nicht reagierte, bohrte er nach: »Verstanden, Gwen?«

»Meine Aura ist blockiert«, antwortete ich zickig.

»Gut, halte dich am besten raus. Leg dich schlafen und mit etwas Glück haben wir morgen früh das Drachenei zurück.« Hayley schenkte mir ein flüchtiges Lächeln.

»Oooooder«, schlug ich vor und versuchte, mit aufgelockertem Blick die Meinung meiner Freunde für mich zu gewinnen, »wir überlegen uns einen besseren Plan, mit dem alle leben können?«

»Wir können alle damit leben, Gwen«, erwiderte Dominik kühl.

Autsch, da war das Messer, das er mir seit meinem verbalen Ausrutscher in den Rücken stechen wollte.

»Dies ist der Wille der Weltenhüter und so wird es geschehen«, Laurion kam zu mir und legte mir mit einem beschwichtigenden Lächeln die Hand auf die Schulter, »eines Tages wirst du das große Ganze sehen können.«

Obwohl ich mich sofort aus der Bewegung stahl, führte er irgendeinen Trick an mir aus. Bevor ich wusste, wie mir geschah, schlossen sich meine Augen und ich spürte nur noch, wie mir die Knie wegsackten und mich jemand auffing.

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