Falling Deep: Emilia – eine Heldin, die keine sein wollte

Sie kam nicht als Fan – und fand mehr, als sie gesucht hatte 🌸

Wenn ich an Emilia denke, denke ich nicht zuerst an Mut oder Stärke. Ich denke an ein Mädchen mit weichen Zügen, das manchmal zu leise denkt und zu laut fühlt. An jemanden, der nicht in eine Welt voller Glanz und K-Pop-Fieber hineingeboren wurde – sondern hineingerutscht ist. Unerwartet. Und vielleicht gerade deshalb mit wachem Blick.

Emilia war nie Fan. Nicht von Stars, nicht von sich selbst, nicht vom Leben. Zumindest nicht am Anfang. Ihre Welt war eng gestrickt, überlagert von Erinnerungen, die schwerer wogen als sie sollten. Angstzustände, Kontrollverlust, das Gefühl, immer einen Schritt zu spät zu sein – das alles gehörte lange zu ihr wie ihre eigenen Schatten.

Und dann: Veränderung. Nicht laut. Nicht dramatisch. Sondern tastend, zögerlich, ehrlich.
Durch Seonghak beginnt sie zu begreifen, dass sie sich nicht ewig ducken muss. Dass sie sich wehren darf. Dass sie nicht schwach ist, nur weil sie Panik kennt. Und durch Yusan lernt sie, dass Stärke nicht nur bedeutet, allein klarzukommen – sondern auch, Verantwortung zu teilen. Vertrauen zu schenken. Nicht alles kontrollieren zu müssen, um heil zu bleiben.

Emilia ist für mich keine klassische Protagonistin. Sie ist keine Retterin der Welt, keine Glamour-Heldin. Sie ist leise, kompliziert, manchmal wankend – und gerade deshalb so echt.
Eine, die man lieben lernt, weil sie sich nicht verstellt. Weil sie nicht weiß, wie man „alles richtig“ macht, aber trotzdem weitermacht.

Und vielleicht, ganz vielleicht, wächst sie über sich hinaus. Nicht, weil andere es von ihr erwarten – sondern weil sie es irgendwann selbst will.


💜 Eine meiner liebsten Szenen aus Emilias Perspektive

Weil sie zeigt, wie sehr in ihr beides wohnt – Angst und Kraft.
💬 (Spoilerfrei! Der männliche Prota-Name wurde ersetzt.)

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Die Sonne schlägt mir ins Gesicht. Ich schwitze. Ich zittere. Meine Schritte sind schwer, als ich die Straße überquere. Die Kartons schneiden mir in die Haut, aber ich halte sie fest, als hinge mein ganzes jämmerliches Leben davon ab.
Nur noch ein paar Meter. Das große, gläserne Eingangsportal von KNY erhebt sich vor mir wie eine Festung. Ich klemme einen Karton unter den Arm, während ich mit der freien Hand nach meinem Firmenausweis krame. Er baumelt irgendwo an meiner Brust. Ich finde ihn, scanne ihn hektisch an der Schleuse.
Piep. Die Tür summt, entriegelt sich.
Ich schiebe mich durch – Kartons gegen die Hüfte gepresst, Herz in der Kehle.
Drinnen ist es kühler. Künstliches Licht. Klimaanlagenluft.
Ich atme flach, bewege mich automatisch Richtung Aufzug.
Nur noch ein paar Stunden, Emilia. Nur noch ein paar Stunden durchhalten.
Oben im Büro. Ich schiebe die Kartons auf den Pausentisch. Teamleiterin Sunhee wirft einen Blick hinein, als wäre sie eine verdammte Restaurantkritikerin.
»Hoffentlich ist das Richtige dabei, Emilia-ssi«, sagt sie süßlich.
Und gleich darauf, spitzer: »Wäre ja nicht das erste Mal, dass du etwas verzapfst.«
Gelächter.
Ich lächle nicht. Ich verbeuge mich nur leicht und setze mich auf meinen Platz.
Mein Handy vibriert.
Ich erstarre. Nicht jetzt. Nicht hier. Nicht schon wieder.
Ich schiebe die Unterlagen auf meinem Schreibtisch ein Stück beiseite, um auf mein Handy zu linsen.
Unbekannte Nummer.
Mein Herz setzt aus.
Langsam. Ganz langsam tippe ich auf ›Öffnen‹.
Ein Foto. Ich. Mit den Kartons. Kurz bevor ich den Ausweis scanne. Meine Stirn glänzt im Licht. Mein Blick ist leer.
Meine Hände zittern.
Er war da.
Sebastian war da.
Keine fünf Minuten entfernt. Er stand da draußen. Und ich habe ihn nicht bemerkt.
Noch eine Nachricht ploppt auf: »Du machst echt alles für sie.«
Die Luft entweicht meinen Lungen. Ich krümme mich innerlich zusammen. Fühle, wie sich alles in mir zusammenzieht, brennt, explodiert. Mein Blick flimmert.
Ich klemme das Handy zwischen die Unterlagen, als wäre es ein Stück Müll, das ich verbergen könnte. Versuche, ruhig zu atmen. Versuche, die Welt nicht auseinanderbrechen zu lassen.
Teamleiterin Sunhee steht plötzlich an meinem Schreibtisch. In der Hand ein Stapel Papiere, den sie fast schon beiläufig auf meinen Tisch knallen lässt.
»Emilia-ssi«, sagt sie in diesem honigsüßen Ton, der jedes Wort wie ein Messer klingen lässt. »Könnten Sie diese Listen bis Mittag aktualisieren?«
Ich blinzle. Sehe sie an. Sehe die Listen. Sehe nichts.
Mein Herz hämmert so laut, dass ich die Worte kaum verstehe.
»Ähm… ja«, bringe ich hervor.
Aber ich greife nicht danach. Meine Hand zittert.
Teamleiterin Sunhee verengt die Augen.
»Emilia-ssi«, wiederholt sie, spitzer. »Ist heute nicht Ihr erster Tag hier, oder?«
Ein leises Kichern aus der Reihe dahinter. Jemand schiebt demonstrativ seine Kopfhörer tiefer ins Ohr.
Ich spüre, wie mein Gesicht heiß wird.
Mein Handy vibriert wieder. Sebastians Nummer auf dem Display. Noch eine Nachricht.
Ich schnappe nach Luft.
Teamleiterin Sunhee beugt sich leicht vor. Ihr Blick fällt auf mein Handy. Ihre Mundwinkel zucken.
»Wenn Sie schon nichts Produktives beitragen können«, sagt sie scharf, »dann sollten Sie wenigstens darauf achten, Ihre privaten Angelegenheiten außerhalb der Arbeitszeit zu regeln.«
Ein paar Kollegen lachen leise. Ein leises, hämisches Summen wie Insekten.
Ich presse die Lippen zusammen. Verbeuge mich leicht.
»Es tut mir leid, Teamjang-nim.«
Mein Magen dreht sich. Meine Hände zittern. Ich kann nicht mehr.
Meine Finger klammern sich um mein Handy. Mein Atem geht stoßweise.
Ich halte es nicht mehr aus. Ich rapple mich auf, packe meine Sachen.
Meine Beine zittern. Meine Sicht verschwimmt.
Ich stolpere aus dem Großraumbüro, raus auf den Flur.
»Emilia-ssi!«, höre ich sie noch hinter mir rufen, aber es klingt wie durch Wasser.
Flucht. Nur noch Flucht. Irgendwohin. Irgendwohin, wo niemand mich sieht.
Während ich laufe, tippe ich mit fahrigen Fingern in KakaoTalk.
An ihn. Zwei Worte, schnell, zitternd: »Aufenthaltsbereich. Jetzt.«
Erst als meine Beine mich nicht mehr tragen wollen, halte ich an.
Ich lehne mich an die kühle Wand im Flur. Meine Knie geben fast nach. Die Welt um mich herum verschwimmt – Nur die endlose Weite des leeren Flurs und das donnernde Hämmern meines Herzschlags füllen die Welt.
Sekunden dehnen sich. Ich drücke das Handy fest an meine Brust, als könnte es verhindern, dass ich auseinanderfalle.
Bitte. Bitte. Komm schnell.
Mein Handy vibriert taub in meiner schwitzigen Hand, ich gleite auf den Boden, weil ich mich nicht mehr halten kann. Dann höre ich Schritte. Schnell. Schwer.
….

Aus: Falling For Them – Zwei Idols und mein Herz

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Hat Emilia dich berührt, Endevy?🌸
💬 Erzähl mir in den Kommentaren, ob du dich in ihr wiederfindest – oder was du gefühlt hast.
Ich freu mich riesig über deine Gedanken – auch wenn’s nur ein Satz ist. 🖤

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